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Seit 1874

Unsere Geschichte

Der Gesangverein „Liederkranz“ Fessenbach 1874 e.V. blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück, die eng mit der Identität des Dorfes, dem Weinbau und den großen historischen Umbrüchen verknüpft ist.
Die Chronik zeigt eindrucksvoll, dass der Verein nicht nur „singt“, sondern durch den Bau des Backofens, die Jumelage mit Zellwiller und die vielen Feste der soziale Kleber von Fessenbach ist.

Die Gründungsjahre (1874 – 1914)

In einer Zeit des Aufbruchs (Gründerzeit) und technischer Neuerungen wie der Glühbirne, wurde der Verein durch die Initiative von Valentin Hahn ins Leben gerufen.

  • 1874: Genehmigung durch das Bezirksamt Offenburg (13. Juli). Erste Proben im Gasthaus „Posthorn“ bei Petroleumlicht.
  • 1876: Anschaffung des ersten Klaviers für 144,40 Mark – ein Zeichen für den großen Idealismus der Mitglieder.
  • 1897: Große Fahnenweihe im Garten des Baron v. Seebach. Die Fahne wurde von den Schwestern des Offenburger Klosters gestickt.
  • 1899: 25-jähriges Jubiläum und Gewinn des Regimentsmusikers Franz Scholz als Dirigent, der den Chor über 25 Jahre prägte.

Krisen und Wiederaufbau (1914 – 1945)

Zwei Weltkriege brachten das Vereinsleben fast vollständig zum Erliegen, doch der Zusammenhalt blieb bestehen.

  • Erster Weltkrieg: 48 Mitglieder im Kriegsdienst, 7 gefallen. 1919 Neukonstituierung unter Karl Hillenbrand.
  • Inflation (1923): Das Vereinsvermögen schmilzt dahin, Monatsbeiträge steigen auf Milliardenbeträge. Trotzdem wird 1924 das 50-jährige Jubiläum gefeiert.
  • 1933: „Gleichschaltung“ durch die Nationalsozialisten; das Liedgut wird politisch beeinflusst.
  • Zweiter Weltkrieg: Erneute Einstellung des Probenbetriebs. 1945 Verbot durch die französische Militärregierung.

Blütezeit und neue Impulse (1946 – 1991)

Nach dem Krieg entwickelte sich der Verein zu einer kulturellen Säule in Fessenbach.

  • 1946: Wiedergründung und erste Probe mit 18 Sängern.
  • 1952: Ein Meilenstein – die Bildung einer Mädchen-Sangesgruppe. Der Chor öffnet sich für Frauen.
  • 1960–1992: Die Ära Helmut Schmidt. Über 31 Jahre lang führt er den Chor zu musikalischen Höhepunkten (u. a. 100-Jahr-Feier 1974).
  • 1976: Einzug in die neue Reblandhalle, die endlich einen würdigen Rahmen für große Konzerte bietet.
  • 1991: Das erste Backhieslifest findet statt – bis heute eine der wichtigsten Einnahmequellen und ein Dorf-Highlight.

Tradition & Moderne (1992 – heute)

Der Verein wagt den Spagat zwischen Tradition und modernen Genres (Operette, Musical, Pop).

  • 1990er: Unter Heiko Mazurek werden neue Wege beschritten (englische Originallieder, Filmmusik-Konzerte).
  • 2005: Riesenerfolg mit der Operette „Im weißen Rössl“ (zweimal ausverkaufte Halle).
  • 2007–2018: Nelli Weinberger übernimmt. Einführung von Projektchören (z. B. ABBA-Projekt), um jüngere Sängerinnen zu gewinnen.
  • 2020/21: Die Corona-Pandemie erzwingt eine lange Pause. Nach einem schwierigen Intermezzo wird Rie Seibert 2021 zur neuen Dirigentin gewählt.
  • 2021: Generationswechsel im Vorstand: Rolf Schmidle übernimmt den Vorsitz von Dieter Seitz (30 Jahre im Amt).
  • 2025: Marcus Jogerst-Ratzka übernimmt den Vorsitz.